EZB: Gibt es bald staatliche Kryptowährungen?

EZB: Gibt es bald staatliche Kryptowährungen?

Das Wichtigste in Kürze:

  • Die EZB möchte den digitalen Euro im Jahr 2021 testen
  • In China existiert die staatliche Kryptowährung E-Yuan bereits
  • Die digitalen Währungen werden auch für den „Otto Normalverbraucher“ immer attraktiver
  • Daraus ergeben sich rechtliche und vor allem auch steuerrechtliche Fragestellungen

Die Kryptowährungen kommen immer mehr in der Mitte der Gesellschaft an. So hat zum Beispiel der beliebte Zahlungsdienstleister PayPal erst vor kurzem angekündigt, ins Geschäft mit den Kryptowährungen einsteigen zu wollen. Auch die Verantwortlichen der Europäischen Zentralbank (EZB) diskutieren schon seit einiger Zeit darüber, ob der Staat seine eigene Kryptowährung auf den Markt bringen soll. Mittlerweile geht es dabei wohl weniger um das „Ob“, sondern nur noch um den Zeitpunkt, ab wann die erste EZB Kryptowährung das Licht der Welt erblicken wird.

In China wird die erste staatliche Kryptowährung bereits getestet

Im „Reich der Mitte“ ist man in dieser Hinsicht schon einen Schritt weiter: Dort existiert bereits die staatliche digitale Währung E-Yuan (E-CNY). Aktuell findet ein großer Testlauf in der Stadt Shenzhen statt. So hat die Bevölkerung dort die Möglichkeit, in einem Stadtteil in rund dreieinhalb tausend Geschäften und Restaurants mit der digitalen Währung zu bezahlen. Bislang scheint der E-Yuan von den Menschen sehr gut angenommen zu werden.

Es ist dabei das erklärte Ziel der chinesischen Regierung, dass die neue digitale Währung zukünftig alle Bargeldgeschäfte überflüssig machen soll. Argumentiert wird, dass Zahlungsvorgänge mithilfe der Krypto Coins vereinfacht und automatisiert werden können. Außerdem sei das Bezahlen mit dem E-Yuan sehr bequem.

Auch Facebook arbeitet weiterhin an seiner digitalen Währung „Libra“

Der Hauptgrund, warum es China mit seiner staatlichen digitalen Währung so eilig hat, dürfte Facebook sein. Denn das soziale Netzwerk arbeitet schon seit geraumer Zeit an seiner eigenen Kryptowährung „Libra“.

Nachdem Libra auf den Markt kommt, dürfte sich die digitale Währung aufgrund der Marktmacht von Facebook sehr stark verbreiten: Mittlerweile nutzen rund 3 Milliarden Menschen pro Monat die Dienste des US-amerikanischen Tech-Giganten (darunter auch WhatsApp und Instagram).

Libra hat damit durchaus das Potenzial, herkömmliche Währungen wie den Euro, den US-Dollar und auch den chinesischen Yuan langfristig vom Markt zu verdrängen. Umso wichtiger war es für die chinesische Regierung, mit der eigenen digitalen Währung „Erster“ zu sein.

Auch die EZB möchte ihre eigene Kryptowährung auf den Markt bringen

Laut einer aktuellen Umfrage beschäftigen sich rund 80 % der Notenbanken mit dem Thema „Digitale Währungen“. Jede fünfte von ihnen plant sogar, innerhalb der nächsten Jahre ihre eigene Crypto Coin auf den Markt bringen zu wollen.

Wie ernst es zum Beispiel der Europäischen Zentralbank mit diesem Vorhaben ist, zeigt sich an der Ankündigung der EZB-Chefin Christine Lagarde: Sie möchte den „digitalen Euro“ sobald wie möglich testen. Als Termin wird dabei das Jahr 2021 ins Auge gefasst. Ihr Ziel ist es dabei, den Euro für das digitale Zeitalter zu rüsten.

Die digitale Währungen kommen immer mehr in der Mitte der Gesellschaft an

Wie bereits erwähnt, hat auch PayPal angekündigt, seine Aktivitäten in Zukunft auf den Krypto-Bereich auszuweiten: Im ersten Schritt wird es in Zukunft möglich sein, mit seinem PayPal Konto Crypto Coins wie Bitcoin und Ethereum zu kaufen. Aufgrund der starken Verbreitung von PayPal dürften die Kryptowährungen damit einen weiteren Schub erfahren.

Im zweiten Schritt kann man dann bei PayPal zukünftig auch mit Kryptowährungen bezahlen. Der „Otto Normalverbraucher“ hat dann nicht nur die Möglichkeit, als Zahlungsmethode die Kreditkarte oder Banküberweisung zu wählen, sondern auch den Bitcoin & Co.

Auch für Anleger werden die digitalen Währungen zusehends attraktiver

Überhaupt kann man schon seit einiger Zeit beobachten, dass sich auch immer mehr Anleger dafür entscheiden, einen Teil ihres Vermögens in Kryptowährungen zu investieren. Denn damit erhält man eine weitere Möglichkeit, um sein Depot weiter zu diversifizieren.

Auch die Medien interessieren sich mittlerweile wieder stärker für die digitalen Währungen. Verantwortlich dafür dürfte einmal mehr der Bitcoin sein: So ist es dem „Branchen Primus“ in den letzten Monaten gelungen, seinen Aufwärtstrend fortzusetzen und wieder auf rund 20.000 US-Dollar anzusteigen. Aktuell herrscht daher bei vielen Anlegern wieder „Goldgräberstimmung“.

Kryptowährungen haben einen eingebauten Inflationsschutz

Das Investieren in Crypto Coins wie den Bitcoin macht allerdings auch aus fundamentaler Sicht Sinn: So führen die Corona Hilfsmaßnahmen dazu, dass immer mehr Geld in die Märkte gepumpt wird. Früher oder später wird dies aller Voraussicht nach zu einer sehr starken Inflation führen. Kryptowährungen wie der Bitcoin haben hingegen einen „eingebauten“ Schutz vor Inflation: So kann es beim Bitcoin niemals mehr als 21 Millionen Coins geben.

Crypto Coins bieten sich daher an, um sich vor Inflation zu schützen. Die Nachfrage nach den digitalen Währungen nimmt daher immer weiter zu – dieser Trend dürfte sich in Zukunft noch verstärken.

Steuerrechtliche Fragen zum Thema Kryptowährungen nehmen zu

Wer in Kryptonwährungen investiert, hat aber erfahrungsgemäß häufig auch steuerrechtliche Fragen: Werden Crypto Coins überhaupt besteuert, und falls ja, wie hoch? Wie ist die Rechtslage, wenn man bei einem CFD Broker mit digitalen Währungen handelt? Gibt es einen Unterschied zwischen Brokern in Deutschland und im Ausland?

Um diese Fragen zu beantworten, ist es am besten, sich von einem kompetenten Rechtsanwalt oder Steuerberater beraten zu lassen. Auch wir bei content-direct realisieren Projekte für diese beiden Berufsgruppen, damit zum Beispiel deren Websites auf den vorderen Rängen von Google landen und auf diese Weise besser gefunden werden. Bei Interesse können Sie sich gerne bei uns melden!